Als ich mich an den Tisch setze liegt auf einem der Sitze gegenüber ein Mantel. Schnellprognose: eher ein Er. Ich vertiefe mich in mein Buch – bis sie zurückkommt. Reserviert ihren großen Laptop auspackt, die Kopfhörer richtet und dann hinter ihrem Film versinkt. Wobei „versinken“ das falsche Wort ist, denn so etwas würde ihr gerader Rücken niemals zulassen. Auch ich widme mich meinem Buch. Bis ich aus den Augenwinkeln wahrnehme, wie ihr der Film zu gefallen scheint, wie sie immer wieder in sich hineinlacht. Als sie dann noch die Kapuze ihres Strickpullis aufzieht, mag ich sie. So verbringen wir zusammen einen Teil unseres Abends, sie mit ihrem Film und ich mit meinem Buch, während draußen das dunkle Süddeutschland vorbeirauscht.
Ebenso reserviert wie sieh ihn ausgepackt hat, packt sie ihren Rechner auch wieder ein. Steht auf – ich schaue auf – und strahlt mich an.
„Tschüss!“
„Tschüss!“
Sie lässt sich Zeit und ich komme noch dazu, ihr zu sagen, dass ich ihre Kapuze toll finde. Grinsend macht sie sich auf den Weg zum Ausgang – und ich widme mich wieder meinem Buch. Bahnreisen bleibt schön.